Wenn Erfahrung wirklich automatisch zu besseren Entscheidungen führen würde, warum passieren dir dann so viele Fehler?
- Dirk Henningsen
- 20. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Warum Erfahrung nicht vor Fehlern schützt, sondern sie im Gegenteil eher begünstigt
Du hast mehr gesehen als die meisten. Mehr Märkte, mehr Situationen, mehr Krisen. Rein logisch müsstest du heute schneller, klarer und souveräner entscheiden als früher. Und trotzdem häufen sich bei dir Fehlentscheidungen, Zögern oder unnötige Korrekturen im Nachgang.
Das liegt nicht daran, dass deine Erfahrung plötzlich weniger wert ist. Erfahrung verschwindet nicht. Aber sie ist nur abrufbar, wenn dein System sie auch nutzen kann.
Unter dauerhafter Belastung verändert sich, wie du Entscheidungen treffen kannst. Du wirst vorsichtiger, prüfst länger, sicherst dich mehr ab oder entscheidest zu schnell, um überhaupt voranzukommen. Nicht, weil du unsicher bist, sondern weil dein System im Notfallmodus läuft.
In diesem Zustand greift Erfahrung nicht mehr automatisch. Sie ist da, aber sie kommt nicht sauber zur Anwendung. Genau deshalb wirken deine Entscheidungen plötzlich inkonsistent, obwohl dein Wissen unverändert hoch ist.
Was dir dann hilft, ist kein weiteres Lernen, keine neue Methode und kein noch besseres Framework. Entscheidend ist, das du deinen körperlichen Zustand wieder so stabilisierst, dass du wieder auf die Erfahrung zugreifen kannst und Entscheidungen nicht jedes Mal zusätzliche Energie kosten.
Erst dann entscheidet nicht mehr der Stresspegel, sondern wieder deine tatsächliche Kompetenz.
Woran merkst du bei dir am deutlichsten, dass Erfahrung allein nicht mehr ausreicht, um sauber zu entscheiden?



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