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Der Denkfehler von Führungskräften, der Unternehmen Millionen kostet. Schlimmer als jede Krise

Warum vertraust du deinem Verstand in Momenten, in denen er nachweislich unzuverlässig ist?


Diese Frage stellen sich die wenigsten Führungskräfte. Sie vertrauen auf Erfahrung, Ausbildung, Strategieverständnis. Doch was, wenn genau diese Sicherheit in entscheidenden Momenten nicht greift? Was, wenn du glaubst, du triffst eine klare Entscheidung, aber dein Körper schon längst signalisiert, dass du biologisch nicht mehr in der Lage dazu bist?


Genau hier beginnt der Denkfehler, der in deutschen Unternehmen täglich mehr Schaden anrichtet als jede Krise.


Wie viel Leistung verlierst du jeden Tag, weil du davon ausgehst, dass du konstant belastbar bist?

Ich möchte dir eine kurze persönliche Geschichte erzählen, weil ich diesen Denkfehler selbst jahrelang gemacht habe.

1994 habe ich meine Bankausbildung mit Auszeichnung abgeschlossen und wurde in ein Nachwuchsprogramm für Führungskräfte aufgenommen. In den Jahren danach wurde ich intensiv ausgebildet und habe früh gelernt, Verantwortung zu tragen. Bei IKEA war ich später als stellvertretender Geschäftsführer unter anderem für den gesamten betriebswirtschaftlichen Bereich eines Einrichtungshauses verantwortlich und in einem Projekt auch für den finanziellen und teilweise organisatorischen Part des kompletten Neubau eines Einrichtungshauses. Dort habe ich zum ersten Mal gespürt, was es wirklich bedeutet, Entscheidungen unter echtem Druck treffen zu müssen.

Ich erinnere mich gut daran, wie unterschiedlich mir Entscheidungen damals fielen. Manche gingen leicht. Andere fühlten sich wie ein zäher Kampf an. Ich dachte immer, es liegt am Thema oder an der Komplexität der Situation.

Erst Jahre später habe ich verstanden: Es lag daran, wie belastbar ich in diesem Moment war. Nicht mental, sondern biologisch. Körperlich. Emotional. Innerlich.


Wie oft hast du das Gefühl, dass du eigentlich alles weißt, aber trotzdem nicht mehr so leicht entscheiden kannst wie früher?

Damit bist du nicht allein. Und genau hier liegt der Denkfehler:

Wir gehen davon aus, dass Entscheidungskraft eine Fähigkeit ist. Die man lernen kann. Die man mit Disziplin erreicht.

Doch in Wirklichkeit ist Leistungsfähigkeit ein Zustand.

Ein Zustand, der schwankt. Ein Zustand, der biologisch beeinflusst wird. Ein Zustand, der unter Druck kippen kann, ohne dass du es merkst.

Und genau durch dieses unbemerkte Kippen verlieren Unternehmen jeden Tag Millionen Euro.


Warum trifft eine Führungskraft morgens bessere Entscheidungen als am Nachmittag, obwohl sie dasselbe Wissen hat?

Weil ihre innere Leistungsbasis nicht konstant ist.

Sie ist nicht stabil.

Sie ist ein biologischer Prozess.


Die meisten Führungskräfte interpretieren inneren Widerstand falsch.

Sie glauben, es liegt an der Aufgabe, der Stimmung im Team oder dem äußeren Stress.

Aber die wahre Ursache sitzt tiefer: Der Körper ist in diesem Moment nicht mehr in der Lage, die geistige Leistung bereitzustellen, die du brauchst, um sauber zu entscheiden.

Das Problem ist also nicht die Aufgabe.

Es ist dein Zustand in diesem Moment.


Wie verändert sich deine Entscheidung, wenn dein System überlastet ist, ohne dass du es merkst?

Ganz einfach:

  • Du wirst vorsichtiger oder impulsiver.

  • Du nimmst weniger Informationen auf.

  • Du bewertest Risiken anders.

  • Du priorisierst ungenauer.

  • Du reagierst statt agieren, statt zu führen.


Diese Veränderungen sehen nach außen nicht dramatisch aus. Aber sie summieren sich. Und genau hier entsteht der Umsatzverlust, den keiner sieht, weil alle glauben, sie hätten ein strategisches Problem.

In Wahrheit haben sie ein biologisches.


Woran erkennst du den Moment, in dem dein System kippt?

Es ist ein kurzer, fast unscheinbarer Punkt.

Ein Moment, in dem deine Gedanken zäh werden.

Ein Moment, in dem du plötzlich länger überlegst, obwohl du die Entscheidung eigentlich schon kennst.

Ein Moment, in dem du körperlich leicht einsinkst oder dich verspannst.

Die meisten übergehen diesen Moment. Reißen sich zusammen.

Und genau das ist der echte Fehler. Der wirklich Geld kostet.

Der Körper zeigt dir, dass die Grundlage für gute Entscheidungen gerade nicht vorhanden ist. Aber du denkst, du könntest das mit Disziplin ausgleichen.

Disziplin ersetzt aber keine Biologie.

Wie kannst du diesen Denkfehler sofort stoppen?

Durch eine einzige Beobachtung:

Achte heute bewusst auf den Moment, an dem deine Gedanken schwerer werden. Nicht der Moment, in dem du erschöpft bist. Sondern der Moment, in dem du innerlich minimal nachlässt.

Vielleicht ist das ein Moment in dem einfach deine Gedanken unkontrolliert schweifen oder sich an etwas belanglosen festbeißen. Ein Moment in dem du merkst wie dir bei einer Kleinigkeit die Hutschnur hochgeht, während du normalerweise den Moment ignoriert oder weg gelächelt hättest.


Wenn du in diesem Moment eine kurze Unterbrechung einlegst, körperliche Aktivierung einbaust und dein System wieder ausrichtest, wirst du bemerken, dass deine Entscheidungskraft zurückkommt.

Nicht weil du dich konzentrierst.

Sondern weil deine Biologie wieder stabiler arbeitet.


Du kannst eine dieser kurzen Bewegungsimpulse nutzen.

Sie dauern nur wenige Sekunden, fallen teilweise überhaupt nicht auf und bringen dein System zuverlässig zurück in die Stabilität:

Zum Beispiel kannst du einmal langsam aufstehen, dich strecken und für zehn bis fünfzehn Sekunden bewusst deine Schultern kreisen lassen.

Oder du gehst für eine halbe Minute ein paar Schritte im Raum auf und ab und atmest dabei tiefer ein als sonst. Entscheidend ist, dass du den Körper aus der inneren Starre holst.

Dadurch entsteht sofort mehr Energie und dein Nervensystem schaltet zurück in einen Zustand, in dem du klarer denken und sauberer entscheiden kannst.

 

Warum ist dieser einfache Schritt der leistungsstärkste Hebel im Führungsalltag?

Weil du damit etwas tust, was 99 Prozent der Führungskräfte nicht tun:

Du führst aus einem Zustand heraus, der biologisch tragfähig ist.

Und das ist der Unterschied zwischen Entscheidungen, die funktionieren, und Entscheidungen, die dich oder dein Unternehmen später teuer zu stehen kommen.


Wichtig ist jedoch, dass du diesen Moment nicht als dauerhafte Lösung, sondern als Signal verstehst. Der kurze körperliche Impuls stabilisiert dich im Augenblick als Notfallmaßnahme, aber er ersetzt keine echte Regeneration und legt auch keine dauerhafte Grundlage für eine hohe Leistungsfähigkeit.

Der wahre Unterschied entsteht in den Stunden davor und danach. Wenn dein Abend strukturiert ist, dein Schlaf stabil wird und dein Morgen deine innere Balance unterstützt, erreichst du eine ganz andere Leistungsbasis.


Dann hält dein System den Tag über deutlich länger durch und du triffst Entscheidungen aus einer körperlich, mental und emotional starken Position heraus. Genau das ist die Grundlage für dauerhaft leistungsfähige Führung.


Vermutlich hast du schon die eine oder andere Morgen-, Abend- oder Zauber-Routine gesehen oder kennen gelernt, aber von diesen Einzelmaßnahmen rede ich nicht.


Die chemischen und biologischen Prozesse im Körper sind so komplex und haben eine so starke Auswirkung, dass Forschende erst in den letzten 10 – 15 Jahre wirklich die Zusammenhänge verstanden haben und es nun endlich möglich ist, diese als Führungskraft zu nutzen.


An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Führungskraft setzt Sleep Science Space an. Ich recherchiere die wissenschaftliche Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Disziplinen wie Schlafforschung, Neurowissenschaft, Biologie, Chronobiologie, Verhaltensforschung und Stressphysiologie und erstelle auf dieser Basis Systeme, die dich als Führungskraft dabei unterstützen, die bestmöglich Führungskraft zu sein und dabei so körperlich, mental und emotional fit zu sein, dass dir deine Arbeit Spaß macht und du auch noch genug Energie zur Verfügung hast, wenn du mit Familie und Freunden privat unterwegs bist.


Wenn dich dieses Thema interessiert, abonniere gerne den YouTube-Kanal und schreibe gerne unter den Blogartikel welche Themen ich recherchieren und in Videos oder Blogbeiträgen behandeln soll.

 

Ich freue mich drauf, wenn wir uns im nächsten Video wiedersehen und du den nächsten Artikel liest.

 

Bis dann. Dein Dirk Henningsen



Über den Autor


Dirk Henningsen entwickelt wissenschaftlich fundierte Systeme für Führungskräfte, die ihre körperliche Belastbarkeit, emotionale Stabilität und Entscheidungskraft stärken wollen. Seit über siebzehn Jahren arbeitet er an digitalen Programmen für anspruchsvolle Zielgruppen und macht komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für den Führungsalltag praktisch nutzbar. Seine Arbeit verbindet Erkenntnisse aus Schlafforschung, Neurowissenschaft, Biologie und Stressphysiologie mit den realen Anforderungen von Menschen in hoher Verantwortung. Mit Sleep Science Space unterstützt er Führungskräfte dabei, ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig zu verbessern und ihre Wirkung im beruflichen Umfeld zu stärken.


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